Großbrand Lapp-Isolators / Pfisterer

Anbei Bericht vom Einsatz Holenbrunn vom KFV Wunsiedel. Alarm für unsere Wehr war Dienstag gegen 05:30. Unsere Aufgabe war der Aufbau der Wasserförderung zusammen mit den Wehren Schirnding, Schlottenhof, Haid und Röthenbach, wobei wir die Pumpe direkt am Bibersbach stellten. Eine zweite Leitung wurde durch die FF Schirnding gespeist. Von 06 Uhr bis gegen 02 Uhr wurde durchgehend Wasser an die Einsatzstelle befördert, danach bis 06 Uhr noch sporadisch. Es kann so davon ausgegangen werden, dass allein durch unsere Pumpe circa 1.000 m³ Wasser an die Einsatzstelle befördert wurde. Zudem stellten wir gemeinsam mit der FF Schirnding die Straßenabsperrung sicher. Gegen 08°° konnte nach 26 Stunden Dauereinsatz der Einsatzort verlassen werden. Wie bereits im Post gestern Abend geschrieben, geht ein großer Dank an die Anwohner und die Metzgerei Ruckdeschel, die uns grandios jederzeit mit Essen und Trinken versorgt haben👍! Traurig ist aber, was von den Gebäuden der Firma Pfisterer und Lapp Isolators übrig geblieben ist. Unser Mitgefühl gilt allen Betroffenen in dieser schweren Zeit. HOLENBRUNN. Wie bereits mehrfach berichtet, kam es gestern Früh (10.09.) gegen 4 Uhr zu einem Feuer in einem größeren mittelständischen Betrieb in Holenbrunn bei Wunsiedel mit rund 450 Beschäftigten. Die ILS Hochfranken alarmierte zunächst nach dem Stichwort "B-BMA" (Auslösung der Brandmeldeanlage). Dass daraus im weiteren Verlauf einer der größten Brandeinsätze im Landkreis Wunsiedel mit Ausrufung des Katastrophenfalls entsteht, hatte wahrscheinlich niemand erwartet. Alle Beschäftigten konnten die Gebäude rechtzeitig verlassen und vorübergehend anderweitig untergebracht werden. Auch einige Nachbargebäude mussten geräumt werden.
Nach der Alarmstufenerhöhung auf B4 (Brand Industrie) und zahlreichen weiteren Alarmierungen waren insgesamt bis zu 587 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Rettungsdienst und SEG, Polizei und weiteren Fachberatern vor Ort. Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurde um 07.04 Uhr eine Bevölkerungswarnung ausgegeben, die bis zum 11.09. um 08.40 Uhr Bestand hatte. Um 11.20 Uhr wurde zudem der Katastrophenfall nach Art. 4 Bayerisches Katastrophenschutzgesetz ausgerufen (bis 11.09., 08.30 Uhr). Der Einsatzstab mit Örtlichem Einsatzleiter (ÖEL) zog sich in das Feuerwehrhaus nach Wunsiedel zurück und koordinierte dort in Zusammenarbeit mit der Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) im Landratsamt die weiteren Maßnahmen. Eine große Hilfe für weitere Entscheidungen waren auch die Drohnenbilder der Bergwacht.
Problematisch stellten sich an der Einsatzstelle die beengten und damit schwer zugänglichen Brandbereiche sowie die schwierige Wasserversorgung dar. In mehreren Abschnitten versuchten die Einsatzkräfte über Stunden hinweg, der Lage Herr zu werden. Zeitweise waren bis zu fünf Drehleitern rund um die brennenden Gebäude positioniert. 124 Atemschutzgeräteträger wurden nach ihrem Einsatz durch eine Dekontaminationsschleuse am Feuerwehrhaus Holenbrunn (betrieben durch Feuerwehren aus dem Landkreis Tirschenreuth) geschickt und ärztlich durchgecheckt.
Im Laufe des Nachmittags konnte dann erstmals der Kräfteansatz reduziert und auch eine Ablösung organisiert werden. Die Nachlöscharbeiten selbst zogen sich auch über die gesamte Nacht bis in den heutigen Vormittag hinein. Weiterhin ist eine reduzierte Zahl an Feuerwehrkräften vor Ort, um ein erneutes Wiederaufflammen zu verhindern.
Neben den Feuerwehren aus den Landkreisen Wunsiedel, Tirschenreuth, Hof und Bayreuth waren auch Kameraden aus Tschechien mit einer 42m-Teleskopmastbühne (BF Karlsbad) eingesetzt. An dieser Stelle möchten wir uns sehr herzlich bei allen Einsatzkräften aus dem Landkreis, aber gerade auch bei den überörtlichen Kräften, für die Unterstützung bedanken! Das Zusammenspiel der verschiedenen Einheiten hat hervorragend funktioniert! Danke auch an eine nahegelegene Metzgerei und die Bevölkerung, die die Einsatzkräfte vor Ort mit Essen und Getränken versorgt hat!
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Trotz des großen Einsatzgeschehens hat es bei den Rettungskräften keine Verletzten gegeben. Die politischen Vertreter sowie die Firmenleitung machten sich immer wieder ein Bild der Lage vor Ort.

Einsatzart Brand
Alarmierung ILS
Einsatzstart 10. September 2024 05:36
Mannschaftstärke 12
Einsatzdauer 27,5
Fahrzeuge TSF
Alarmierte Einheiten FF Holenbrunn, FF Wunsiedel, FF Schönbrunn, FF Schlottenhof, FF Schirnding, FF Rügersgrün, FF Röthenbach, FF Marktredwitz, FF Kirchenlamitz, FF Höchstädt, FF Hauenreuth, FF Haid, FF Bad Alexandersbad, FF Arzberg, FF Lorenzreuth, FF Leupoldsdorf, FF Kothigenbibersbach, FF Grafenreuth, FF Bergnersreuth, FF Thölau, FF Hohenberg, FF Seußen, FF Neuhaus, FF Stemmas-Neuenreuth, FF Bernstein, FF Thiersheim,FF Niederlamitz, FF Thierstein, FF Röslau, FF Tröstau, FF Göpfersgrün, FF Weißenstadt, FF Selb, FF Schönwald, FF Wölsauerhammer, FF Oschwitz, FF Marktleuthen und FF Nagel (beide Gebietsabsicherung in Wunsiedel) sowie die UG-ÖEL mit der Kreisbrandinspektion
𝗟𝗮𝗻𝗱𝗸𝗿𝗲𝗶𝘀 𝗛𝗼𝗳:
FF Rehau, FF Schwarzenbach/Saale, FF Lipperts, FF Bad Steben (Gebietsabsicherung in Schönwald), FF Feilitsch, FF Naila, FF Schauenstein, FF Oberkotzau, FF Köditz, FF Stadt Hof
𝗟𝗮𝗻𝗱𝗸𝗿𝗲𝗶𝘀 𝗧𝗶𝗿𝘀𝗰𝗵𝗲𝗻𝗿𝗲𝘂𝘁𝗵:
FF Mitterteich und FF Waldsassen (Gebietsabsicherung Marktredwitz), FF Tirschenreuth mit der Gefahrgut- und Dekoneinheit und Kater TIR 13/1
𝗟𝗮𝗻𝗱𝗸𝗿𝗲𝗶𝘀 𝗕𝗮𝘆𝗿𝗲𝘂𝘁𝗵:
Löschzug Fichtelberg, Löschzug Pegnitz, Löschzug Hollfeld und Löschzug Weidenberg mit Sonderfahrzeugen und Löschroboter
zahleiche Einheiten des Bayerischen Roten Kreuzes, der Bergwacht und der DLRG sowie des Technischen Hilfswerks und der Polizei